Geht es den Arbeitslosen zu gut –
wollen sie deshalb nicht arbeiten?
Das ist das Erste, was den
Meisten zum Thema Arbeitslosigkeit einfällt.
Zwei Drittel der Westdeutschen
meinen das, so eine Umfrage des Allensbach-Instituts.
Zwischen 1975 und 1981 meinten
das erst gut die Hälfte der Befragten.
Die öffentliche Stimmungsmache
läuft gegen die Arbeitslosen, aber nicht gegen die Arbeitslosigkeit.
Die Zahlen der Bundesagentur
für Arbeit widerlegen die veröffentlichte Meinung:
Arbeitslose
1995 3 611 921 321
306
2000 3 889 695
515 474
2003 4 376 795 354
762
2004 4 381 281 285
607
2005 4
862 940 414 078
Allein im Jahr 2005 standen 4 862 940
registrierten Arbeitslosen lediglich 413 075 gemeldete offene Stellen
gegenüber.
Wenn sich also elf Arbeitslose auf eine offene Stelle bewerben und zehn keine bekommen, leuchtet es ein,
dass sich die zehn Übriggebliebenen der Faulheit verdächtig machen !???
Fakten statt Stimmungsmache !
Nicht jeder, der arbeitslos ist, kann eine Arbeitsstelle
bekommen !
Die Zahl der
registrierten Arbeitslosen verschweigt das tatsächliche Ausmaß der
Beschäftigungslücke.
Registrierte Stille
Reserve
Arbeitslose
1995 3.612 Mio. 2.846 Mio.
2000 3.890 1.524
2003 4.377 1.781
2004 4.381 1.799
2005 4.878 1.416
Was verbirgt sich hinter der “Stillen
Reserve”?
Zahlreiche Menschen sind arbeitslos, ohne als solche
gemeldet (registriert) zu sein:
- die arbeitslos und z.Zt. wegen Krankheit arbeitsunfähig
sind (rund 1,2 Millionen (Jahr?)
- die ohne Arbeitsamt Arbeit suchen oder die die Suche
zeitweise oder dauerhaft aufgegeben haben.
- die arbeitslos gemeldet waren, versäumt haben, sich
erneut zu melden und deswegen aus der Liste gestrichen wurden (1 Mio. Menschen)
- die wegen Arbeitslosigkeit in den Vorruhestand oder in
die Altersrente ab 60 abgedrängt worden sind,
- die nur geringfügig beschäftigt sind d.h. weniger als
15 Stunden wöchentlich arbeiten,
- die nach Schule oder Studium eine Ausbildungsstelle
suchen (rund 740.000)
Fakt ist, die Beschäftigungslücke ist
weitaus höher als die Zahl der registrierten Arbeitslosen.