Mit Einführung der Hartz-Gesetze
wurde zweierlei versprochen:
Zum einen sollten
Langzeiterwerbslose eine soziale Grundsicherung erhalten, zum anderen sollte
ein zentraler Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit geleistet werden. Beide
Ziele wurden jedoch nicht erreicht. Die zu geringe Höhe des
Arbeitslosengeldes II gewährleistet keine soziale Grundsicherung.
Langzeiterwerbslosigkeit wurde nicht abgebaut, sondern lediglich durch
statistische Tricks verschleiert. Erwerbslose werden unter Druck gesetzt,
drangsaliert und stigmatisiert. Sie werden in unbezahlte Pflichtarbeit
abgedrängt, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verdrängt. Hartz IV
ist Armut per Gesetz und macht deswegen Angst – gerade auch denjenigen, die
noch Arbeit haben. Denn diejenigen, die jetzt ihre Arbeit verlieren, werden
bereits nach einem Jahr Erwerbslosigkeit Opfer der neuen Armutsgesetzgebung.
Außerdem haben die Hartz-Gesetze zum Ziel, das Lohnniveau auf dem Arbeitsmarkt
zu senken und den Niedriglohnsektor deutlich auszuweiten.
Der mit Hartz IV eingeschlagene Paradigmenwechsel in der Sozialgesetzgebung
verschlechtert deutlich das gesellschaftliche Klima.
(Auszug aus: Antrag der Fraktion DIE LINKE an
den Deutschen Bundestag)