Ernst und Wohlfeld zum Frauentag
Die
aktuelle absurde Debatte um die „Fremdbetreuung von Kindern“ macht
deutlich,
der Internationale Frauentag ist unverzichtbar, meinen die
Landesvorsitzende
der Linkspartei.PDS Sachsen Dr. Cornelia Ernst und die
gleichstellungspolitische
Sprecherin des Landesvorstandes Sylvia Wohlfeld:
„Am
8. März werden für gewöhnlich Blumen verteilt, doch das eigentliche
Anliegen
des Frauentages, in seiner Tradition zwischen Klassenkampf und
feministischen
Anliegen, ist wohl das Eintreten für Gleichberechtigung und
Chancengerechtigkeit
als unverzichtbare Elemente einer demokratischen
Gesellschaft.
Zur
Gleichberechtigung zählt für uns nicht nur der gleichberechtigte Zugang
zur
und die Entlohnung der Erwerbsarbeit genauso wie eine gerechte
Verteilung
der Reproduktionsarbeit, also der Haus-, Pflege- und
Erziehungsarbeit,
zwischen den Geschlechtern. Sind demnach alle Kämpfe an
der
Geschlechterfront nur noch Schattenkämpfe?
Ganz
im Gegenteil; das Umsetzen tatsächlicher Gleichstellung der
Geschlechter
im alltäglichen Umgang ist eine fortwährende Herausforderung.
Die
Folgen mangelnder Chancengleichheit sind nicht nur für die direkt
Betroffenen,
sondern für die Gesellschaft insgesamt kaum absehbar.
Wirkliche
Gleichstellung funktioniert nur über einen Wandel in den Köpfen.
Frauen
und Männer müssen eine echte Wahlfreiheit bei der Gestaltung ihrer
Familien-
und Erwerbsarbeit haben, ohne dabei durch geschlechterstereotype
Rollenvorgaben
gehemmt oder beeinträchtigt zu werden.
Frauen
und Männer gleichermaßen zu ermutigen, ein differenziertes
Geschlechtermodell
auch im Alltag einzufordern und umzusetzen, bildet den
Kern
unserer Familien- und Gleichstellungspolitik.
Wir
bleiben daher dabei, eine Ausrichtung der Politik am
"Ernährermodell",
mit
dem Ehemann als Allein- oder Haupternährer und der Ehefrau als Hausfrau
oder
Hinzuverdienerin lehnen wir, als Bestandteile eines konservativen
Sozialstaatsmodells,
ab. Angesichts der Lebensrealität, gerade im Osten, in
der
Frauen gleichberechtigten Zugang zu Erwerbsarbeit als normal ansehen,
und
angesichts des vielfach niedrigeren Lohnniveaus ist der Internationale
Frauentag
unverzichtbar.
Wir
wollen einen neuen Geschlechtervertrag, der sich an einer gerechten
Arbeitsteilung,
einem gleichberechtigten Zugang zur Erwerbsarbeit, einer
besseren
Vereinbarkeit von Familie und Beruf und an einem Leben frei von
einengenden
Rollenklischees orientiert. Dafür ist - auch von Seiten der
Politik
- noch viel zu tun.“